Kaffee

Familie

Unsere fünf Kinder waren nach jahrelangem Trubel im Haus von unserem kleinen Dorf weggezogen. Hin und wieder ließ sich eins der Kinder kurz blicken und nun freuten wir Eltern uns wirklich riesig auf meinen 60. Geburtstag. Endlich mal wieder die ganze Familie beisammen! Um mir nicht so viel Arbeit aufzuhalsen, hatte Siegfried einen Raum in seiner geliebten Stammkneipe gemietet. Auf etwa fünfzehn Personen war der Wirt vorbereitet.

Am Geburtstagsmorgen, gerade als ich meinen ersten Tassimo Kaffee genießen wollte, klingelte es Sturm und Lisa, unsere Jüngste, hielt mir einen riesigen Strauß langstieliger roter Rosen vor mein Gesicht. "Mama, ich hab gar nicht viel Zeit, ich muss gleich wieder fort! Ausgerechnet heute habe ich einen unaufschiebbaren Termin in Hamburg!"
Siegfried hielt sein Nesthäkchen fest: "Du wirst wohl Zeit für einen Kaffee aus unserer nagelneuen Tassimo Maschine haben?" In wenigen Sekunden war der Kaffee Ihrer Wahl fertig, da stürzte Petra, die Älteste, vom Weinen geschüttelt, in meine Arme. "Mama, Mama, ich kann nicht mehr! Der Richter....," brachte sie nur mit Mühe heraus,..." Ralf hat das alleinige Erziehungsrecht für Lukas bekommen!" Die Lust zum Feiern war Petra restlos vergangen. "Habt Ihr mal einen Tee für mich?" Und wieder machte sich die Neuanschaffung unserer Tassimo Maschine bezahlt. Mitten in diese große Aufregung bekam ich folgende Handybotschaft: "Ausreise mit Achmed nach Ägypten genehmigt - Abreise morgen - bin überglücklich - alles Gute! Ute

In Siegfrieds Stammkneipe waren wir nun nur zu dritt, Petra bestellte sich einen Kognak nach dem anderen, da erschien in der Tür unsere Jüngste, Anke, die ewige Studentin, mit einem Wiesenstrauß. Wir stellten Ihn mangels Vase in ein Kochgeschirr. Gleich nach der Gratulation gab Anke ihrem Papa zu verstehen, dass sie mal wieder dringend ein Scheinchen bräuchte.
Carlo, der Hund vom Wirt, stürzte sich soeben auf sein Kochgeschirr mit übriggebliebenem Bratenfleisch, da kam endlich unser einziger Sohn Erik und stellte uns ziemlich schüchtern seinen Lebensgefährten Detlef vor, der aus Verlegenheit gleich über das Kochgeschirr stolperte. 

Die große Geburtstagstorte ließen sich am nächsten Tag meine dankbaren Kolleginnen schmecken.